Dokumentation von Erste Hilfe Leistungen

Warum müssen Erste Hilfe Leistungen dokumentiert werden?

In Betrieben und öffentlichen Einrichtungen gilt: Jedes Vorkommnis, bei dem Erste Hilfe geleistet wurde, muss dokumentiert und archiviert werden. Hierzu zählt auch der kleinste Unfall, selbst wenn sich beispielsweise ein Mitarbeiter an einem Blatt Papier schneidet. Damit es später keinen Ärger mit der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) gibt, sollten Sie als Firma oder öffentliche Einrichtung die folgenden Hinweise beachten.

Was muss dokumentiert werden?

Folgende Informationen sollten laut DGUV-Vorschrift in jedem Fall dokumentiert werden.

  • Name der betroffenen Person, die sich verletzt hat
  • Angaben zum Hergang des Unfalls, also was ist wann wo passiert?
  • Eventuelle Zeugen, die beim Unfall dabei waren, sollten ebenfalls erwähnt werden
  • Angaben zur Art und zum Umfang der Erste Hilfe Leistung
  • Name des Ersthelfers bzw. der Ersthelferin in Ihrem Betrieb

Wie sollte dokumentiert werden?

Prinzipiell lässt die Vorschrift 1 der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) offen, wie genau die Dokumentation von Unfällen und Erste Hilfe Leistungen zu erfolgen hat. Wichtig ist vor Allem, dass die oben genannten Informationen auf jeden Fall aufgenommen werden. Des Weiteren muss die Dokumentation für mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden. Zur einfachen Dokumentation eignet sich sowohl ein Verbandbuch als auch ein Meldeblock. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass ein Verbandbuch ein geschlossenes Buch ist, in dem die Vorfälle auf mehreren Seiten eingetragen werden können. Ein Meldeblock verfügt über einzeln abreißbare Seiten. Auf jeder dieser Seiten lassen sich ein Unfallhergang mit dazugehörigen Erste Hilfe Leistungen dokumentieren. Ob Sie sich für das eine oder andere entscheiden, ist Ihnen überlassen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass sowohl bei einem Verbandbuch als auch bei einem Meldeblock der Zusatz „gem. DGUV 204-020“ bzw. „gem. DGUV 204-021“ angegeben ist. So stellen Sie sicher, dass Sie in außreichendem Umfang dokumentieren und später keine unangenehmen Rückfragen der Berufsgenossenschaften auf Sie zukommen. Nachfolgend können Sie kostenlos ein PDF zur Dokumentation von Erste Hilfe Leistungen herunterladen.

Wer sollte mit der Dokumentation beauftragt werden?

Genaue Vorschriften gibt es hierzu nicht. Es obliegt dem Unternehmen wer die Dokumentation übernehmen soll. Prinzipiell eignet sich der Betriebliche Ersthelfer natürlich am besten, da dieser auch über entsprechende Kenntnisse zur Erste Hilfe Leistung verfügt. In jedem Fall gilt jedoch, dass der Dokumentierende die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) zu beachten hat. Hierbei sind sowohl das Verbandbuch als auch der Meldeblock vor der Einsicht durch Unbefugte zu schützen. Daher sollte ein Verbandbuch in einem abschließbaren Raum oder Schrank aufbewahrt werden. Die abgerissenen Seiten von Meldeblöcken sollten in einem abschließbaren Briefkasten gesammelt und aufbewahrt werden.

Für wen ist die Dokumentation?

Die gemachten Angaben dienen als Nachweis dafür, dass die Verletzung während einer versicherten Tätigkeit aufgetreten ist. Für eventuelle Spätfolgen, die durch den Unfall entstehen, können die dokumentierten Ereignisse sehr wichtig sein. Darüberhinaus können auch Betriebsärzte oder andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit eine Auswertung der Dokumentationen vornehmen.