Wie Sie sich vor Zecken schützen

Zecken – unliebsame Parasiten

Zecken gibt es nahezu überall auf der Welt. Aktuell beginnt die Zeckensaison, welche meist ab Temperaturen über 7°C beginnt und endet, wenn die Temperaturen dauerhaft unter diesen Wert fallen. Zecken ernähren sich vom Blut von verschiedenen Wirbel- und Säugetieren. Gern gesehene Wirte der Zecke sind unter Anderem Menschen und Hunde. Die größte Angst sollte dabei nicht allein von dem Biss der Zecke und dem damit verbundenen (minimalen) Blutverlust ausgehen. Das Problem eines Zeckenbisses sind die potenziell übertragbaren Krankheiten, die sowohl für Menschen als auch für Haustiere im schlimmsten Fall lebensbedrohlich verlaufen können.

Zecken zählen biologisch gesehen zur Kategorie der Spinnentiere. Daher besitzen sie die spinnentypischen Merkmale, wie z. B. acht Beine. Durch ihren Körperbau, ihr Verhalten sowie ihre Robustheit haben sie sich optimal an ihre Umwelt angepasst. Da Zecken zu den Parasiten gehören, sind sie auf andere Lebewesen (Wirte) angewiesen, ohne die sie nicht überleben können. Genau wie Stechmücken oder bestimmte Wanzen benötigen die Zecken das Blut von anderen Lebewesen, um sich zu vermehren.

Um an das benötigte Blut heranzukommen, haben Zecken ein besonderes Vorgehen entwickelt. Hierbei lassen sich nicht – wie häufig angenommen – von Bäumen auf ihre potenziellen Wirte fallen. Dies ist eine Legende, die bis heute unter der breiten Bevölkerung hartnäckig besteht. Stattdessen lauern sie im hohen Gras, in Büschen oder Hecken, um im richtigen Moment von einem Wirt abgestriffen zu werden. Dies gelingt ihnen besonders gut, da sie über einen ausgeprägten Geruchsinn verfügen. Dieser registriert beispielsweise Sträucher oder Gräser, an denen häufig Menschen oder Tiere vorbeilaufen. Anschließend setzen sie sich auf eine Pflanze in der Nähe und passen den richtigen Moment ab, um auf ihren Wirt zu klettern. Anschließend krabbeln sie meist in besonders warme und feuchte Stellen am Körper und beginnen ihren Bluthunger zu stillen. Im Vergleich zu Stechmücken ist der Blutbedarf bei Zecken um ein Vielfaches höher als bei diesen. Eine vollgesogene Zecke kann mehr als 100 mal soviel wiegen wie eine nicht vollgesogene. Während des Blutsaugens können die Erreger für Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen werden.

Wie können Sie sich schützen?

Das Risiko eine Zecke mit nach Hause zu bringen, ist besonders hoch, wenn Sie sich auf Wiesen oder in Wäldern aufhalten. Hier helfen lange Klamotten und festes Schuhwerk besonders effektiv gegen Zecken. Auf diesen Finden die Krabbeltiere meist nicht genug Halt und fallen schnell auf den Boden. Planen Sie eine längere Wanderung über eine Wiese, so sollten Sie auf festes Schuhwerk und lange Socken achten, in welche Sie nach Möglichkeit Ihre lange Hose reinstecken. So stellen Sie sicher, dass keine kleinen Lücken entstehen, durch die die kleinen Krabbeltierchen auf Ihre Haut gelangen. Nicht sonderlich attraktiv, dafür aber äußerst effektiv.

Wer im Sommer nicht in langen Klamotten herumlaufen möchte, der sollte sich nach einem speziellen Spray oder einer Lotion umschauen. Diese Cremes können auf die Haut aufgetragen werden und bieten durch ihren Geruch über mehrere Stunden Schutz vor Zecken und anderen Insekten, wie Stechmücken, Wespen oder Bremsen. Der Nachteil hierbei ist der eigenartige Geruch dieser Sprays oder Cremes, der von vielen Menschen als unangenehm empfunden wird. Außerdem reagieren manche Hauttypen allergisch auf die chemischen Inhaltsstoffe.

Wenn Sie sich in einem Risikogebiet für Zecken aufgehalten haben, ist es ratsam, sich anschließend am ganzen Körper nach Zecken abzusuchen oder absuchen zu lassen. Insbesondere der Intimbereich so wie die Achselgegend werden von Zecken gerne aufgesucht, um eine Blutmahlzeit einzunehmen. Daher ist es – auch bei Anwendung der oben genannten Tipps – immer wichtig, den Körper am Ende des Tages auf Zecken zu überprüfen. Da Zecken sich beim Blut saugen bis zu 10 Tage an ihrem Opfer festsaugen können, werden sie oft erst nach einigen Tagen entdeckt, wenn sie sich bereits vollgesogen haben und sich erst dadurch bemerkbar machen. Darüber hinaus injizieren die Tiere beim Biss ein Mittel, welches als Schmerzmittel fungiert. Dadurch wird der Biss meist nie direkt bemerkt.

Falls Sie in einem Risikogebiet von FSME wohnen oder sich regelmäßig dort aufhalten, sollten Sie über eine Impfung gegen diese Krankheit nachdenken. Die Impfung vermindert das Risiko drastisch, dass Sie an einer FSME-Virusinfektion nach einem Zeckenbiss erkranken.

Wie entferne ich eine Zecke einfach, schnell und sicher?

Manchmal helfen jedoch alle Vorsorgemaßnahmen nichts und einer der unliebsamen Blutsauger konnte sich festsaugen. Da Zecken über einen hochentwickelten Stechapparat verfügen, können sie sich sprichwörtlich und über Tage hinweg „festkrallen“. Doch auch dann gilt zunächst der Grundsatz, nicht in Panik zu verfallen. Die meisten Zeckenbisse verlaufen völlig harmlos und ohne die Übertragung von schlimmen Krankheiten. Dennoch sollten Sie darauf achten, die Zecke richtig zu entfernen. Es gibt nämlich einige Dinge, die Sie beim Entfernen der Zecke zu beachten haben.

Um Zecken richtig und schnell zu entfernen, eignen sich Zeckenzangen oder Zeckenkarten hervorragend. Letztere sind so kompakt und praktisch, dass sie sogar in Ihre Brieftasche passen. So haben Sie immer ein effektives Tool zur Beseitigung von Zecken zur Hand. Wie auch immer die Zecke entfernt werden soll; wichtig ist in jedem Fall die Zecke mitsamt des Kopfs zu entfernen. Wenn die Zecke einfach mit der Hand gepackt und herausgezogen wird, verbleibt der Kopf oft mitsamt des Bissapparats in der Wunde und hört nicht auf zu saugen. Daher sollten Sie bei der Entfernung stets vorsichtig vorgehen, um die komplette Zecke zu entfernen. Am besten „hebelt“ man die Zecke mit einer Zeckenkarte oder eine Zeckenzange heraus, indem man diese möglichst eng an der Haut liegend zwischen Haut und Zecke schiebt. Danach kann man damit beginnen, die Zecke vorsichtig herauszuziehen. Gehen Sie hierbei lieber langsam und vorsichtig als hastig und schnell vor. Sie können es sowieso nicht rückgängig machen, dass Sie gebissen wurden. Nichtsdestotrotz gilt der Grundsatz: je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko an FSME zu erkranken.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Im Wesentlichen gibt es zwei Krankheiten, die von Zecken häufig (aber nicht immer) übertragen werden. Diese sind FSME und Borreliose.

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis und wird durch das FSME-Virus ausgelöst. Dieses kann die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen. Laut Experten liegt das Risiko an FSME zu erkranken bei ungefähr 1:150. Diese Wahrscheinlichkeit gilt für FSME-Risikogebiete, von denen angenommen wird, dass etwa 2% aller dort lebenden Zecken mit dem Virus infiziert sind. Die Krankheit kann unterschiedlich schwer verlaufen und manchmal bricht sie – trotz Übertragung des Virus – garnicht erst aus. Mittlerweile können Sie das Risiko einer FSME-Infektion verhindern, indem Sie sich dagegen impfen lassen.

Bei Borreliose handelt es sich um eine Krankheit, die von speziellen Bakterien ausgelöst wird. Nach aktuellen Schätzungen erkranken jährlich mehrere tausend Menschen in Deutschland an Borreliose. Charakteristisch für eine beginnende Borreliose ist die ringförmige Hautrötung um die Bisstelle der Zecke herum. Allerdings tritt sie nicht bei jedem Betroffenen auf. Weitere Symptome zu Beginn der Krankheit sind Fieber oder Gliederschmerzen. Borreliose kann nur durch einen Zeckenbiss übertragen werden und aktuell gibt es noch keinen wirksamen Impfstoff gegen diese Krankheit. Umso wichtiger ist es daher, sich mit den oben genannten Tipps vor Zecken zu schützen und es so garnicht erst zu einem Biss kommen zu lassen.